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Ein kulinarischer Blick gen Westen: Karibisches Jerk-Chicken

Während Tom beim Champions League Finale mit fiebert, Weidenfeller zum vierten Mal erfolgreich einen gefährlichen Bayern-Torschuss abgewehrt und Robben zum zweiten Mal bereits eines seiner berühmt berüchtigten Solis in den Sand gesetzt hat, konzentrier ich mich lieber mal wieder auf meinen Blog. Kleiner Witz am Rande: Welche Tiere können kein Fussball spielen? Robben! Hihihihhihihihi … Was? Ihr wollt noch einen? Na gut: Sagt ein Richter zum Angeklagten: „Ich habe eine schlechte und eine gute Nachricht für Sie! Zuerst die Schlechte: Sie werden erschossen. Die Gute: Robben schießt!“, LOLOLOLOL … Ach, verdammt jetzt wollt ich gerad etwas schreiben und mir fällt das Wort nicht mehr ein. Wie sagt man noch auf Holländisch „Final-Niederlage?“ … Achja!!! Jetzt hab ich’s wieder „Heimrobben!“. HIHI …

So, jetzt aber wirklich Schluss hier! Sonst wird das alles nichts und außerdem sind wir erst bei der 23. Spielminute und wie ich Tom immer so weise sage: bis zur 90. mindestens ist alles noch offen. Heute steht nämlich mal wieder ein kulinarischer Ausflug an und zwar in die Karibik. Um genauer zu sein nach Jamaika wo über entfremdeten Öl-Fässern, häufig lediglich auf ein paar einfachen Ziegelsteinen balancierend, verschiedenste Fleischsorten gegrillt werden, die zuvor stundenlang in einer kräftigen Jerk-Marinade gezogen haben.

Der Begriff “Jerk” stammt ursprünglich vom spanischen „Charqui“ ab und bezeichnete das langsame Garen über einem offenen Holzfeuer. Heutzutage steht es nicht mehr allein für die Zubereitungsmethode, sondern beschreibt viel mehr die feurige Gewürzmischung, mit der das Fleisch vor dem Grillen eingerieben wird. Und woraus sich diese Gewürzmischung genau zusammensetzt darüber scheiden sich die guten Geister wie so oft.

Grundsätzlich wird zunächst zwischen einer „nassen“ und einer „trockenen“ Marinade unterschieden, wobei man bei der „trockenen“, auf englisch, von einem sogenannten „rub“ spricht. Recherchiert man etwas länger stößt man auf einen Artikel in der New York Times zum Thema Jamaican Jerk, in dem erklärt wird, dass die trockene Variante das Fleisch zwar krosser werden lässt, Dank der „Nassen“ allerdings, das Fleisch umso saftiger bleibt.

Welche Zutaten kommen aber überhaupt in diese ominöse Marinade? Letztendlich alle traditionellen Gewürze, die im üppigen, grünen Landesinneren der Insel zu finden sind. Frischer Ingwer, Thymian, Frühlingszwiebel, feurige Chilis, saftige Limetten und natürlich das süße Holz der Piment-Bäume, das den so typischen, aromatisierenden Rauch entwickelt. Da Pimentholz und alte Ölfässer in unseren Gefilden allerdings eher schwierig aufzutreiben sein könnten, tut es auch der heimische Holzkohlengrill, der bestimmt bald wieder auch in unseren deutschen Vorgärten glühen wird!

Ein kulinarischer Blick gen Westen: Karibisches Jerk-Chicken

Jerk_chicken_rub Jerk_Chicken

Marinade für 4 Hühnerschenkel

1 Bund Frühlingszwiebeln
2 Schalotten
4 Chilis
4cm frischer Ingwer
4 Knoblauchzehen
1/2 Bund frischer Thymian
2EL Piment (gemahlen)
1EL Zimt
1TL Muskat
4EL dunkle Soya Sauce
2EL brauner Zucker
Salz und Pfeffer
Oliven Öl
Saft von zwei Limetten
4 Hühnerschenkel

Schalotten, Knoblauch und Ingwer schälen, alles grob würfeln. Frühlingszwiebeln waschen, trocknen, Enden bei schneiden, Zwiebeln ebenfalls grob zerkleinern. Alle Zutaten außer dem Hähnchen in einem Mixer so lange zerkleinern bis eine glatte Paste entstanden ist. Die Marinade abschmecken. Sie sollte feurig sein, gleichzeitig sollten aber alle anderen Gewürze auch deutlich zu schmecken sein.
Jerk_chicken_rub
Die Hähnchenschenkel kalt abbrausen und trocken tupfen. Mit einem Finger die Haut vorsichtig vom Fleisch lösen, dabei aufpassen, dass sie nicht reisst, so dass eine Tasche entsteht. Die Marinade großzügig unter die Haut streichen und anschließend den gesamten Schenkel gleichmäßig einreiben.

Die Schenkel mindestens eine Nacht in der Kühlung marinieren lassen, es gilt je länger desto besser!

Mehrere Stunden vor der Zubereitung aus der Kühlung nehmen, so dass das Fleisch Zimmertemperatur annehmen kann. Mit Öl beträufeln und anschließend langsam auf dem Grill garen lassen. Wegen der Soya Sauce und der vielen Gewürze wird die Haut schnell sehr dunkel und sieht verbrannt aus. Ist sie aber nicht, ganz im Gegenteil, sie schmeckt köstlich!

Wer auf den Grill verzichten möchte kann die Schenkel auch im Backofen garen. Hierfür ein tiefes Backblech mit Öl einfetten und bei 200°C Ober- und Unterhitze (ohne Umluft) 15-20 Minuten braten. Die Schenkel sind gar wenn das Fleischthermometer 75-80°C anzeigt. Wer kein Thermometer hat kann vorsichtig mit einer Messerspitze in den Schenkel pieken, wenn keine rote Flüssigkeit mehr austritt ist das Fleisch gar.

Dazu passt herrlich frische Avocado, sie mildert die Schärfe, Limetten-Koriander-Reis und Bohnen!

Genießt das klein Bisschen Karibik und immer schön locker bleib.

Ab in die Karibik – Packt’s An!

4 Kommentare

  1. Die schwarze Kruste iritiert mich erstmal aber, man sollte es auf den Versuch ankommen lassen. Die Anletung ist spitze

    • Hey Sascha,

      ja es ist tatsächlich etwas irritierend für uns Mitteleuropäer. Ich habe mehrere Berichte über Jerk gelesen, in denen grundsätzlich geäußert wurde, dass wenn die Haut nicht geschwärzt sei, es auch nicht echtes Jerk-Chicken sei ;). Aber ich kann Dich beruhigen, dass es so schwarz wird liegt an erster Stelle an der Soya-Sauce und nicht daran, dass es verbrannt ist und die Haut schmeckt wirklich köstlich – gerade mit den vielen Gewürzen, die sich quasi eingebrannt haben.

      Probier’s einfach ma‘ aus, bin gespannt was Du sagst!

      Super Wochenende und hoffentlich bis bald 🙂

  2. Pingback: Schmausepost vom 31. Mai 2013 - Newsletter | Schmausepost

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