Kross gebratene Grießschnitte mit gepfeffertem Rhabarberkompott

In letzter Zeit pflege ich einen Faible für alte, schon fast vergessene Gerichte, die mich in meine Kindheit zurück katapultieren. Sie erinnern mich an den alten wackeligen Vierplattenstandherd, auf dem meine Oma so manch eine Köstlichkeit gezaubert hat. An den dunklen, rustikalen Küchentisch, eingedeckt mit einem grün-weiß karierten, gewachsten Tischtuch, das im Sommer immer leicht am Unterarm kleben blieb. An die zu Trinkgläsern umfunktionierten Senfgläser mit Henkel, randvoll gefüllt mit klebrig süßem Maracujasaft.

Mein ganzer Schrank voller Kindheitserinnerungen scheint entstaubt worden zu sein und immer wieder überraschen mich die alten Rezeptklassiker, mit ihrem wunderbar einfachen, aber doch so köstlichem Geschmack.

Klare Rinderkraftbrühe, gekocht mit buntem Suppengemüse und fetten Markknochen, mit frischen Erbsen und selbst gemachten Grießnocken. In Bierteig ausgebackene Holunderblüten, bestäubt mit süßem Puderzucker. Selbstgekochte Brombeermarmelade mit ganzen Brombeeren drin (bis heute übrigens die einzige Marmelade, die ich essen würde) und im Sommer, wenn wir zu Besuch waren, gab’s traditionell geschmorte Rehkeule, mit kleinen, in Butter geschwenkten Pfifferlingen, selbst gemachten Spätzle und einer pochierten Birne gefüllt mit Preiselbeeren.

Es ist wie eine kleine kulinarische Auszeit, die einem wieder klar macht, wie lecker es Zuhause schmeckt.

Kross gebratene Grießschnitte mit gepfeffertem Rhabarberkompott

Rezept für 3 bis 4

  • 1l Milch
  • 50g Butter
  • 4EL Zucker
  • Salz
  • 2EL Zitronenabrieb von einer BIO Zitrone
  • 250g Weichweizengrieß
  • 2 Eier
  • 100g Semmelbrösel
  • Zimt
  • 1kg Rhabarber, möglichst rot
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Sternanis
  • 120g Zucker
  • 125ml Kirschsaft
  • 125ml Wasser
  • 1 Schluck Grand Manier
  • Schwarzer Pfeffer
  • Butterschmalz

Die Milch mit Butter, Zucker, Zitronenabrieb und einer herzhaften Prise Salz aufkochen.
Grieß unter Rühren langsam hinein rieseln lassen. Grieß aufkochen lassen, dabei aufpassen, denn es bilden sich dicke Blase, die gerne spritzend platzen, Grieß 3 bis 4 Minuten kochen lassen, dabei ständig herzhaft rühren. Grieß kann nämlich schnell anbrennen.

Sobald der Grieß zu einem dicken Brei aufgequollen ist, den Brei auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech geben und mit einem feuchten Spachtel fingerdick ausstreichen. Mit Zimt und Zucker bestreuen und auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Rhabarber putzen, schälen und grob würfeln und mit einem großzügigen Schluck Grand Manier marinieren. Vanilleschote halbieren und das Mark heraus kratzen.

In einem tiefen Topf den Kirschsaft mit Wasser, Sternanis, Vanillemark und -schote aufkochen lassen. Topf von der heißen Platte nehmen und die Rhabarberstücke unterheben. Bei geschlossenem Deckel ca. 5 Minuten ziehen lassen. Den Rhabarber mit einer Schaumkelle vorsichtig herausnehmen und beiseite stellen. Den Sud aufkochen und offen einkochen lassen, wenn er um die Hälfte reduziert ist mit einer sanften Prise gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Weiter kochen lassen bis er sirupartig eingekocht ist.
Den Sud durch ein Sieb passieren, die Rhabarberstücke in den Sirup legen und vorsichtig unterheben.

Den ausgekühlten Grieß in gleich große Rauten schneiden. Die Eier in einem tiefen Teller mit einer Prise Zucker vermengen, auf einem weiteren Teller die Semmelbrösel mit einer Prise Salz mischen. Die Grießrauten zunächst im Ei wenden, überschüssiges Ei gut abtropfen lassen und dann in den Semmelbröseln wenden. Die Brösel dabei leicht andrücken.

In einer schweren Pfanne einen Esslöffel Butterschmalz erhitzen. Die Grießschnitten vorsichtig bei mittlerer Hitze, portionsweise, goldbraun ausbacken. Die fertigen Schnitten auf Küchenpapier entfetten und im vorgewärmten Ofen warm halten.

Grießschnitten rustikal in der Pfanne oder auf einem Holzbrett, mit Puderzucker bestäubt, servieren, dazu das noch warme Kompott reichen.

P.s. Das Kompott lässt sich gut vorbereiten und sollte welches übrig bleiben schmeckt es köstlich zu kaltem Vanilleeis oder Joghurt!