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Kurzgeschichten von Bahngleis 16 – Gedanken einer Berufspendlerin

Neueste Ausrede der Bahn: Personen auf den Gleisen. Verbales Erbrechen: Pokémon Go! Die tiefe innere Verachtung für dieses Unternehmen ist plötzlich wie in Luft aufgelöst. Der neue Sündenbock ca. 50cm groß und seine tatsächliche Anwesenheit heiß diskutiert. Schaffner kommen trotz Verspätung aus ihren unterirdischen Bahnverstecken. Schlendern leichten Fußes, wohl gelaunt mit heiterem Lied auf den Lippen durch die Waggons. Beantworten Fragen! Geben Auskunft! Und so bringt ein Handheld-Mobilgerät-Spiel, mit dem virtuelle Fanatsiefiguren gefangen, trainiert und entwickelt werden können, Gegner zusammen. Bricht tief verwurzelte kulturelle Feindschaften. Bis all die Kevins, Justin-Romeos, Leandra-Letizias da draußen plötzlich keinen Bock mehr haben sich zu bewegen und wieder mit Ja-Cola vor der analogen Glotze liegen. Dabei rieben sich die DB-Marketing-Experten gerade erst die Hände. Haben sie denn nicht endlich mal einen modernen Trend aufgegriffen und gewitzt reagiert? Und alles was bleibt ist die ewig währende Frage: Hätte, hätte, Fahrradkette!?!

Kurzgeschichten von Bahngleis 16 – Gedanken einer Berufspendlerin

In der Bahn. Sie ist voll. Menschen quetschen sich rein und raus. Mutter will mit ihrem Kind einsteigen, Kind steht in der Bahn, Türen gehen zu. Mutter draußen – Panik bricht aus. Bahn fährt los. Kind schreit. Menschen schauen zu, niemand macht was. Ich dränge mich durch die Bahn, nehme das Kind an die Hand, versuche es zu beruhigen. Tränen kullern. Meint ein Mann, der von seinem gemütlichen Fensterplatz aus zugeschaut hat: „Sie steigen aber schon mit dem Kind gleich an der nächsten Haltestelle aus?!?“.