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Getrüffelte Spinat-Paprika-Rolle mit Mohn

Halbzeit! Seit 26 Tagen faste ich, weitere 20 Tage stehen noch an. Man könnte jetzt annehmen, dass ich mich inzwischen mit meiner Situation arrangiert haben sollte – habe ich nicht! Ich tu mich immer noch extrem schwer mit der fleischlosen Situation. Und ich muss auch gestehen, dass die Kocherei darunter deutlich leidet. Wenn ich meine aktuelle Kochambitionen bewerten müsste, würde ich sagen „Tote Fischhaltung!“. Auf den Rücken legen, Flossen einklappen und bloß nicht bewegen, bis der Spuk vorbei ist. Würde ich natürlich niemals zugeben, ist aber so und hinterlässt auch allmählich auch seine Spuren. Der Befriedigungsfaktor nach dem Essen grenzt an die 0 und die gute Laune leidet. Blöd, weiss ich auch, aber die letzten drei Wochen halte ich jetzt auch noch durch. Ein interessantes Selbstexperiment ist es alle Male. Denn neben der schlechten Laune stelle ich doch auch positive Veränderungen fest.

Dadurch, dass eine bisherige Haupternährungskomponente weggefallen ist, muss dieses Loch irgendwie gefüllt werden. An seine Stelle sind frisches Gemüse sowie Obst gerückt. Dadurch, dass sie die aktuellen Hauptdarsteller meiner aktuellen Ernährungsphase repräsentieren, achte ich automatisch auf eine bessere Qualität, was mit mehr Geschmack einhergeht. Tom muss nicht fasten, er macht zwar tapfer mit und isst auch die meisten meiner fleischlosen Kreationen ohne auch nur einen Mucks von sich zu geben, aber hin und wieder hole ich ihm ein Stück Fleisch. Und auch bei der Wahl des Fleisches bin ich pingeliger geworden. Es sind in der Zwischenzeit lediglich frische Hühnerteile aus Freilandhaltung sowie Rindfleisch aus artgerechter Haltung in den Topf gekommen. Alles etwas teurer, aber dafür, laut Toms Aussage, auch leckerer. Zwei Veränderungen, die ich unbedingt nach der Fastenzeit beibehalten möchte.

Was aktuell sonst so auf den Tisch kommt?
Oft belegte Brote, ich hole mir gerne etwas Humus für meine Schnittchen und garniere ihn mit frischer Avocado.
Pellkartoffeln mit Hering – Fisch darf ich essen!
Neulich habe ich eine vegetarische Erbsensuppe gekocht, Tom hat ein Würstchen bekommen, mir habe ich Vollkorncroutons und kleine Räuchertofuwürfel angebraten.
Nudeln mit knackigem Wintergemüse, das Rezept habe ich auch schon einmal gepostet und findet ihr hier.
Nudeln mit Pesto, Nudeln mit Tomatensauce, Nudeln, Nudeln, Nudeln – viel Nudeln …
Und da verließen sie sie auch.

Wenig kreativ ich weiss. Aber! Auf ein Rezept bin ich wirklich stolz, das hat nämlich nicht nur super geklappt, sondern hat auch außergewöhnlich gut geschmeckt. Es ist ein Sonntagsrezept, ist zugegeben etwas zeitaufwändiger, aber wer gerne backt und die entsprechende Geduld mitbringt, der dürfte keine Probleme haben. Jetzt mal im Ernst, wenn es mir Backlegastheniker gelingt, dann euch erst Recht!

Getrüffelte Spinat-Paprika-Rolle mit Mohn

Kaeserolle

Für den Teig:

160ml Vollmilch
1 Päckchen Trockenhefe
350g Weizenmehl
1Tl Zucker
50ml Olivenöl
1 Ei
1 Eigelb
Salz

Für die Füllung

1 Bund Basilikum
4El Crème fraiche
3 Hände voll frische, junge Spinatblätter
1 Rote und 1 gelbe Paprika
100g Pecorino
250g gerüffelter Weichkäse (fragt mal an er Käsetheke, da findet ihr schon etwas, er sollte aber nicht mit einer Frischkäseschicht gefüllt sein)
Wer hat gerne noch etwas ECHTES Trüffelöl, nicht das aromatisierte, das schmeckt nach Plastik!
Abrieb 1 Zitrone
Pfeffer

Zum Garnieren:

1 Ei
3EL Mohnsamen und etwas grobes Salz

Die Milch für den Teig auf ca. 30°C erwärmen, vom Herd nehmen und die Hefe samt Zucker in der Milch vorsichtig auflösen. Den Vorteil 10 Minuten stehen lassen.

Die restlichen Teigzutaten samt 1/2 Teelöffel Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Die Hefemilch hinzugeben und auf niedriger Stufe, den Teig kneten, bis sich alle Zutaten vereint haben. Die Geschwindigkeit erhöhen und auf höchster Stufe den Teig weitere 10 Minuten kneten, bis er glatt und glänzend ist. Natürlich kann man auch den Teig mit der Hand kneten, dauert nur eben etwas länger.

Den Schüssel samt Teig zudecken und an einem warmen Ort ohne Zug ca. 45 Minuten gehen lassen, bzw. bis sich das Volumen verdoppelt hat.

In der Zwischenzeit Spinat, Basilikum und Paprika waschen. Spinat und Basilikum gut abtropfen lassen.
Die Paprika in feine Streifen schneiden, in einer Pfanne wenig Olivenöl erhitzen und die Steifen bei milder Hitze langsam schmoren, bis sie weich und glasig sind.
Wer sich die Mühe machen möchte kann die Paprika auch im Ofen rösten und schälen und dann die Filets in Streifen schneiden.
Pecorino und Weichkäse in 3mm dicke Scheiben schneiden. Zitrone heiß abspülen und die Schale fein abreiben.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche auf die Größe des Blechs ausrollen und auf das vorbereitete Blech legen. Die Ränder sorgfältig einpassen und erneut abdecken und 30 Minuten gehen lassen.

Nach 30 Minuten geht’s mit dem Belegen des Teigs weiter. Zunächst den Teig gleichmäßig mit der Crème Fraiche bestreichen, dabei auf einer Seite einen Rand von 3cm auslassen, mit Zitronenabrieb bestreuen, salzen und pfeffern. Den trockenen Spinat sowie Basilikum gleichmäßig auf der Crème Fraiche auslegen, anschließend mit den Paprikastreifen belegen, schließlich den Käse gleichmäßig verteilen. Wer Trüffelöl zur Hand träufelt wenige Tropfen des Öls noch über die Füllung.

Die Seiten des Teiges ca. 4cm einschlagen und von der belegten Seite aus vorsichtig aufrollen. Die Rolle mit der Naht nach unten auf das Blech legen. Erneut mit einem Tuch abdecken und die Rolle weitere 30 Minuten gehen lassen.

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze mit Umluft vorheizen.

Das Ei für die Garnitur verquirlen und die Rolle damit einpinseln, mit dem Mohn und wenig grobem Salz garnieren. Die Rolle bei 200°C 10 Minuten backen, dann die Temperatur auf 180°C reduzieren und weitere 25 Minuten backen.

Die Garprobe könnt ihr mit einem Messer machen, einstechen und herausziehen, geschmolzener Käse darf dran kleben bleiben, dafür aber kein Teig. Er sollte schön braun und kross sein.

Die Rolle in Scheiben schneiden und mit einem knackigen grünen Salat servieren!

Lasst es euch schmecken und habt ein schönes Wochenende.

Vegetarier sein packe ich noch!

2 Kommentare

  1. Pingback: Schmausepost vom 20. März | Schmausepost

  2. Norman Plattek sagt

    Sieht umwerfend aus. Selber bin ich leider zu faul um mir so was vorzubereiten. 🙂

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