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Meatless Mondays: Soleier, mit Chili und Dill

Wir hatten neulich Besuch aus Finnland und was macht man mit Besuch aus Finnland? Richtig man durchkämmt erstmal die rheinländische Brauhauskultur.

Auf unserem Weg von Bierbank zu Bierbank ist uns auch selbstverständlich die ein oder andere Speisenkarte zwischen die Finger geraten. Am häufigsten vertreten, die guten alten Klassiker wie halve Haan, Krüstchen Gulasch, Mett- oder für den wohlhabenden Mittelstand Tatarhappen, Himmel un Ääd, Brauhaushaxe, und so weiter und so fort.

Als wir dann aber in (haltet euch die Augen zu liebe Kölner) Düsseldorf, der verbotenen Stadt am Rhein, dem Vorort von Köln, angekommen waren, hat sich unter diese wohlschmeckenden, für eine solide Grundlage sorgende Liste von Brauhausspezialitäten ein alter, längst vergessener Bekannter gemischt.

Das Solei.

Ich bestellte eins, wie sollte es allerdings auch anders sein in Düsseldorf, sie waren ausverkauft. Welch Schande. Den ganzen restlichen Tag, nein, viel eher die ganzen darauf folgenden Tage, wenn nicht sogar Wochen, gierte es mir nach so einem sauer eingelegten, hart gekochten Ei. Keine Chance, es verschwand wieder von der Bildfläche genau so schnell wie es aufgetaucht war.

Aber, wie heisst es so schön? Selbst ist die Frau! Mal eben knapp 30 Eier gekocht und gepellt, einen schönen Sud aus Essig und einer bunten Gewürzmischung angesetzt, jede Menge frische Kräuter in ein riesiges Einmachglas gelegt, Eier drauf, Sud drüber, 24 Stunden gewartet und fertig waren sie.

Mit leicht zitternden Händen, vor Aufregung und Vorfreude versteht sich, fischte ich das erste Ei aus dem Glas. Biss, ganz unkonventionell, herzhaft rein, der Sud floss am Kinn herunter und im selben Augenblick spürte ich wie sich diese fiese, kleine Anspannung der letzten Wochen auflöste. Zufrieden seufzte ich, leckte mir die Finger, einen nach dem anderen, ab um dann Tom zu fragen:

„Du, Tom, die Soleier sind glaube ich fertig, soll ich uns welche als Mittagssnack machen?!“

Meatless Mondays: Soleier, mit Chili und Dill

Soleier_2

Soleier_3

Soleier

Für 30 Eier

30 Eier
1 Zwiebel
10 Schalotten
60g Zucker
60g Salz
2El gelbe Senfkörner
2El Kümmel
2El schwarze Pfefferkörner
2 rote Chilischote
8 Wacholderbeeren
8 Pimentkörner
3 Lorbeerblatt
2 Nelken
400ml Weißweinessig
200ml heller Apfelessig
1,5 Bund Dill
0,5 Bund glatte Petersilie
1 Bund Estragon
Schale einer Zitrone (unbehandelt)
Ein sehr großes, wieder verschließbares Einmachglas

Die Eier in kaltem Wasser ansetzten und 10 Minuten hart kochen, abschrecken und pellen.
In der Zwischenzeit die Kräuter waschen, Schalotten schälen, Zitrone heiß abspülen und die Schale herunterschneiden. Dabei möglichst wenig von dem Weißen mit runter schneiden.

Die Zwiebel, wie sie ist, ungeschält halbieren und die Schnittflächen in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten.

1l Wasser samt der gerösteten Zwiebelhälften, Zucker, Salz, sämtlicher Gewürze und Essig aufkochen. Die Schalotten in den kochenden Sud geben. Sobald sich Zucker und Salz aufgelöst haben ca. 5 Minuten leise kochen lassen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Die Kräuter als erste Schicht auf den Boden des Einmachglas legen, darauf die Eier schichten. Mit dem Sud übergießen, so dass alle Eier bedeckt sind. Sollte die Flüssigkeit nicht reichen, kann mit Wasser aufgefüllt werden. Die Zitronenschale zu letzt in das Glas legen.

Die Eier ca. 24 Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen.

Und so isst man die fertigen Eier:

Das Ei halbieren und das Eigelb herausheben. In jede Eiweißhälfte etwas Salz, Pfeffer, Essig, Öl und Senf geben und das Eigelb wieder hineinsetzen. Dazu passen wunderbar heiße Salzkartoffeln, kräftiges Brot, paar frische Kräuter und natürlich – ein eiskaltes Bier!

Lasst es euch schmecken!

Soleier: Wir haben’s angepackt!

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