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Fastenzeit: DU MACHST MICH FERTIG!

Ihr mögt euch wundern warum es so still geworden ist auf Packt’s An! Der Grund ist ganz einfach, am 18. Februar hat die Fastenzeit begonnen. Nicht, dass ich streng gläubig wäre, nein, ich mach’s eigentlich nur weil meine Freundin Maria mich letztes Jahr gefragt hat ob ich mit machen würde. Mal so bisschen fasten hätte noch nie jemanden geschadet und es sei auch gar nicht so schlimm, behauptete sie. Gutgläubig wie ich bin, hab ich dann auch einfach mal „Na gut!“, gesagt und habe mich auf dieses gewagte Selbstexperiment eingelassen.

Die Aufgabe: Finger weg vom Alkohol! Vier winzige, Worte, nur eins mit mehr als zwei Silben, die sich innerhalb von einer, ach Quatsch, unter einer Sekunde sogar in dieses Textfenster vor mir tippen lassen. Vier Worte, die es trotz ihrer Bescheidenheit echt in sich haben! Ihr lacht – ich habe es auch getan, bis dann der erste Freitag nach Karneval anklopfte. Die Uhrzeiger hatten sich wacker gen 18.00 Uhr gekämpft, die Kollegen sich schon in der Küche versammelt um mit einem gepflegten „WarDasEineWocheGottSeiDankIstSieZuEndeBier“ anzustoßen. Ich rieb mir die kleinen Hände und in freudiger Erwartung stellte ich mich vor den Kühlschrank, griff schon nach einer eiskalten Flasche Bier, roch quasi schon die herbe Note des Hopfen, als mein Gewissen mir plötzlich den Arm um die Schultern legte und sagte:“Nein, nein, nein kleine Anna, das lässt Du mal schön sein!“. Beim ersten Mal ist noch nicht ganz so schlimm, es ist erträglich. Da ist es meistens Mitte / Ende Februar, draußen ist es noch kalt und dunkel, nass. Aber wenn die Fastenzeit so schleichend in den Frühling über geht. Die Tage länger werden, die Kollegen die ersten Abende auf dem Balkon ausklingen lassen und immer wieder Dein bescheuertes Gewissen Dir Deinen wohl verdienten Spaß zunichte macht – Alter, ist das nervig!

Das alles hatte ich natürlich innerhalb von einem Tag nach der bestandenen Fastenzeit vergessen, so dass ich, als Maria erneut fragte ob ich mitmachen würde, sofort „Na klar, war doch n Klacks letztes Jahr! Und weisste was, ich glaub ich werd auch einfach mal auf Fleisch verzichten!“, wie fern gesteuert von mir gab. Als ich Tom davon erzählt habe, hat er mich nur ausgelacht und mir „Viel Spaß!“ gewünscht. Bereits nach 36 Stunden Vegetarierdasein hatte ich die Schnauze voll und wollte ein Schnitzel.

Inzwischen sind 336 Stunden vergangen und ich halte durch! Ich leide, echt, ich leide sehr und gebe mir auch null Mühe es zu verbergen, aber ich halte durch! Und das Durchhalten bedeutet auch, dass ich mir einfach mal noch ein bisschen mehr Mühe beim Kochen geben muss. Ich habe nämlich festgestellt, dass wir Karnivore pflanzliche Nahrungsmittel nicht als Hauptgerichte interpretieren, sondern immer nur als Beilage zubereiten. Sobald man den Gemüsespieß aber umdreht und zum Beispiel ein Schnitzel aus Kohlrabi brät, oder aber einen Portobellopilz zu einem Burger schichtet, dann nimmt die fleischlose Welt auf einmal ganz andere Dimensionen an und ich muss gestehen, dass ich nicht gedacht hätte, dass mir dieses Umdenken so schwer fallen würde.

Auf meinem Oster-Countdownticker stehen noch 34 Tage, 4 Stunden und 35 Minuten angeschlagen – was mich schon wieder echt deprimiert, stelle just ich beim Schreiben fest – aber in der Küche geht schon ein wunderbarer Hefeteig, der zu einer Käse-Spinatrolle mit Mohn weiter verarbeitet wird und das macht es wieder etwas leichter.

In diesem Sinne, sobald ich meine Vegetarierdepression überwunden habe und mich etwas besser in diese Situation eingefunden habe, gibt’s auch wieder ordentliche Rezepte.

Bis dahin, solltet ihr euch in einer ähnlichen Situation wiederfinden, haltet durch!
Ihr schafft das, und ich verspreche euch, dass ihr nach der Fastenzeit so stolz auf euch sein werdet, dass ihr, wie ich auch, nächstes Jahr sofort wieder fasten werdet.

Habt eine gute Woche und Packt’s An!

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