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Drei Schwestern – zur Stippvisite in Berlin

Vor Kurzem war es mal wieder so weit, mit dem Höhepunkt des Kölner Karnevals überkam mich der berühmt berüchtigte Anfall von Fernweh.

„Tom, morgen ist Weiberfastnacht! Entweder wir gehen heute für die nächsten fünf Tage einkaufen und verschanzen uns oder aber wir packen einfach das Auto voll und fahren weg! Spätestens morgen um 11 Uhr ist Köln im Ausnahmezustand!“, „Wohin willste denn fahren?“‚ „Wie wär’s mit Berlin?“.

Am nächsten Tag um 16 Uhr saßen wir im Auto – auf dem Navidisplay stolze 570km angeschlagen und eine geschätzte Ankunft um 21.23 Uhr. Berlin – wir kommen! (Aus 21.23 Uhr wurde übrigens, Dank der äußerst günstigen Verkehrslage, 23.45 Uhr.)

Einen Plan hatten wir für unseren Kurzaufenthalt übrigens nicht. Ich hatte zwar ein bisschen nach Freizeitbeschäftigungen in Berlin gewühlt, wir hatten uns letztendlich aber doch dafür entschieden uns einfach treiben zu lassen. Nur die Abendverköstigung, die hatte ich, wie sollte es auch anders sein, bestens vorbereitet. Für Samstag stand bereits ein reservierter Tisch im „3 Schwestern“ in Kreuzberg parat und Sonntag sollte es im „Filetstück“ in Prenzlauerberg ans Eingemachte gehen. Aber eins nach dem anderen, angefangen mit:

3 Schwestern

Versteckt am hintersten Ende einer der lange Flure des ehemaligen Bethanien Krankhauses, inmitten des Kustquartier Bethanien in Kreuzberg, eröffnet sich der alte Speisesaal des ehemaligen Lehrkrankenhauses.

Das Ambiente des weitläufigen Saals erinnert an längst vergangene Zeiten, dunkle rustikale Holztische auf dunklem Dielenboden und eine so große Bartheke, dass man fast den Eindruck gewinnt vor dem Kirchenaltar zu stehen, während die hohen Fenster den Blick auf einen verwunschenen Garten freigeben. Schlicht und unprätentiös – genau wie das Essen.

3Schwestern_aussen

3Schwestern_Innen

3Schwestern_Innen3

Patrick Becker, Koch und Mitgründer des 3 Schwestern, predigt lokale, regionale Küche. So finden sich immer wieder alte Klassiker auf der sich alle sechs bis acht Wochen wechselnden Abendkarte wieder. Der Renner des Hauses: Braten vom Brandenburger Apfelschwein und Käsespätzle.

Gestartet haben wir dagegen eher modern. Tagliatelle mit knackigen Gemüsejulienne, Miesmuscheln und krosser Chorizo. Alles kurz in einer leichten Weissweinsauce geschwenkt, garniert mit einer Hand voll frischer, fein gehackter Kräuter. Dazu wurde Gott sei Dank kräftiges Graubrot gereicht, denn wir wollten nicht einen Tropfen der herrlichen Sauce zurück gehen lassen. Die blank polierten Teller wurden vom zurückhaltenden, überaus freundlichen Service weggebracht und wir freuten uns, nach dem gelungenen Auftakt, bereits auf die Hauptgänge.

Bei mir ging es mit geschmorten Ochsenschwanz weiter. Dazu feines Ofen geröstetes Wurzelgemüse und einer Sauce, die geschmeckt hat, als hätte sie mehrere Tage lang köcheln müssen, um so intensiv und rund schmecken zu können. Und Toms Augen wurden schließlich ganz groß als sein Entrecôte vom Simmentaler Premium Rind mit Schalotten-Jus, Semmel-Stoppelpilzen, Bundmöhren und Petersilienwurzel-Kartoffelpüree serviert wurde. Selbst im Taxi, auf dem Weg zurück zum Hotel, kam er nicht mehr aus dem Schwärmen, darüber wie gut sein Entrecôte gewesen sei. Abgerundet wurde unser Menü durch die „3 Schwestern Dreifaltigkeit“, bestehend aus einem warmen Schokoküchlein, Toblerone-Parfait und Himbeermousse. Und für einen Augenblick am Abend überkam uns tatsächlich das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben, dass man im Laufe des Abends allerdings nicht den Bezug zum Heute verliert, dafür sorgen ganz banale, menschlich Bedürfnisse. Sobald man nämlich den Weg zur Toilette einschlägt trifft man auf Grafitti verzierte Flure, getaucht in grelles Neonlicht.

3Schwestern_Entrecote

3Schwestern_Ochsenschwanz

3Schwestern_Tagliatelle

3Schwestern_Nachtisch

Der Mix aus altem Gemäuer und klösterlich-puristischer Einrichtung kombiniert mit viel Licht, Luft, entspanntem Publikum und einer frischen, regionalen Küche machen das Restaurant zu etwas wirklich Besonderem. Und wer sich Abends einfach nicht losreissen kann, dem bieten die 3 Schwestern regelmäßig Live-Musik und die eine oder andere rauschende Nacht unter dem Motto „Fine food and primitive Rock’n’Roll“.

Vielen Dank nach Berlin an das 3 Schwestern – wir kommen wieder!

3Schwestern_Ende

3 Schwestern


Mariannenplatz 2
10997 Berlin

030 600 318 600
info@3schwestern-berlin.de

Öffnungszeiten:

Täglich ab 11 Uhr

Mittagskarte:
Mo. – Fr. 12 – 16 Uhr

Abendkarte:
Mo. – Fr. 17 – 23 Uhr,
Sa-So. 12 – 23 Uhr

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