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Meatless Mondays: Soleier, mit Chili und Dill

Wir hatten neulich Besuch aus Finnland und was macht man mit Besuch aus Finnland? Richtig man durchkämmt erstmal die rheinländische Brauhauskultur. Auf unserem Weg von Bierbank zu Bierbank ist uns auch selbstverständlich die ein oder andere Speisenkarte zwischen die Finger geraten. Am häufigsten vertreten, die guten alten Klassiker wie halve Haan, Krüstchen Gulasch, Mett- oder für den wohlhabenden Mittelstand Tatarhappen, Himmel un Ääd, Brauhaushaxe, und so weiter und so fort. Als wir dann aber in (haltet euch die Augen zu liebe Kölner) Düsseldorf, der verbotenen Stadt am Rhein, dem Vorort von Köln, angekommen waren, hat sich unter diese wohlschmeckenden, für eine solide Grundlage sorgende Liste von Brauhausspezialitäten ein alter, längst vergessener Bekannter gemischt. Das Solei. Ich bestellte eins, wie sollte es allerdings auch anders sein in Düsseldorf, sie waren ausverkauft. Welch Schande. Den ganzen restlichen Tag, nein, viel eher die ganzen darauf folgenden Tage, wenn nicht sogar Wochen, gierte es mir nach so einem sauer eingelegten, hart gekochten Ei. Keine Chance, es verschwand wieder von der Bildfläche genau so schnell wie es aufgetaucht war. Aber, …

Meatless Mondays: Marias Zucchninudeln mit Kräuterpesto

Neulich kam meine liebe Kollegin und Freundin Maria auf mich zu und legte eine ca. 40cm lange und 10cm im Durchmesser große Zucchini auf meinen Schreibtisch mit dem Kommentar: „Mach was draus!“. Sie zieht in ihrem Garten frische Kräuter, verschiedene Gemüsesorten und denkt sogar darüber nach Hühner zu halten. Das wovon ich noch träume, hat sie schon längst in die Tat umgesetzt und erntet nun die ersten schmackhaften Früchte. So eine selbstgezogene Zucchini hat was Besonderes verdient habe ich mir daraufhin gedacht, eine Rolle in der sie im Mittelpunkt steht und nicht einfach nur als begleitendes Beiwerk die Stellung hält. Zucchini hat es in unseren Gefilden noch nicht wirklich zum Lieblingsgemüse geschafft. Je weiter man allerdings gen Süden reist, desto häufiger begegnet man ihr in unterschiedlichster Zubereitung. Gegrillt mit frischen Kräutern, Knoblauch, Fenchelsamen, gereicht zu Fisch oder Fleisch, mit Gemüse oder Blattsalat. Zitrone und Zucker passen ebenso wie Sojasauce, Curry und Koriander, denn ihre Schwäche ist ebenso ihre Stärke: Sie hat keinen besonders ausgeprägten Eigengeschmack. Zucchini können gefüllt, gegrillt, gebraten, frittiert oder kurz gedünstet oder …

Kross gebratene Grießschnitte mit gepfeffertem Rhabarberkompott

In letzter Zeit pflege ich einen Faible für alte, schon fast vergessene regionale Gerichte, die mich in meine Kindheit zurück katapultieren. Sie erinnern mich an den alten wackeligen Vierplattenstandherd, auf dem meine Oma so manch eine Köstlichkeit gezaubert hat. An den dunklen, rustikalen Küchentisch, bedeckt mit einem grün-weiß karierten, gewachsten Tischtuch, das im Sommer immer leicht am Unterarm kleben blieb. An die zu Wassergläsern umfunktionierten Senfgläser mit Henkel, randvoll gefüllt mit klebrig süßem Maracujasaft. Mein ganzer Schrank voller Kindheitserinnerungen scheint entstaubt worden zu sein und immer wieder überraschen mich die alten Klassiker, mit ihrem wunderbar einfachen, aber doch so köstlichem Geschmack. Klare Rinderkraftbrühe, gekocht mit buntem Suppengemüse und fetten Markknochen, mit frischen Erbsen und selbst gemachten Grießnocken. In Bierteig ausgebackene Holunderblüten, bestäubt mit süßem Puderzucker. Selbstgekochte Brombeermarmelade mit ganzen Brombeeren drin (bis heute übrigens die einzige Marmelade, die ich essen würde) und im Sommer, wenn wir zu Besuch waren, gab’s traditionell geschmorte Rehkeule, mit kleinen, in Butter geschwenkten Pfifferlingen, selbstgemachten Spätzle und einer pochierten Birne gefüllt mit Preiselbeeren. Es ist wie eine kleine kulinarische Auszeit, …

Weisse Bohnen Suppe mit Bärlauchhaselnusspesto und viel Zitrone

Das Frühjahr ist in seiner vollen Pracht ausgebrochen. Plötzlich blüht alles. Die Bäume sind so saftig grün, als hätten sie im vergangen Herbst nie ihr Blattwerk angewidert von sich geworfen und die täglichen Fahrradfahrten gleichen einer olfaktorischen Achterbahnfahrt. Süßer Flieder, zart gelbe Forsythien, aber Millionen von Kirschblüten und wenn man ganz genau hinschaut stößt man hier und da auf ganze wilde Bärlauchfelder. Zugegeben, Tom und ich mussten den innersten Stadtkern verlassen um sie zu finden, aber einmal im Wald angekommen, ist der zarte Knoblauchgeruch kaum abzustreiten. Aber Vorsicht ist beim Pflücken geboten: wer Bärlauch nicht kennt, kann ihn leicht mit giftigen Maiglöckchen verwechseln! Wer es lieber etwas bequemer mag, wird derzeit allerdings auch im städtischen Supermarktkühlregal fündig. Bärlauch wird in der Naturheilkunde eingesetzt. Seine angebliche Heilwirkung wird den zahlreichen in ihm enthaltenen, überwiegend schwefelartigen ätherischen Ölen zugeschrieben. Sie wirken sich positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen aus. Zudem wirkt er Stoffwechsel anregend, senkt den Cholesterinspiegel und hilft bei Bluthochdruck. Bärlauch kann extrem vielfältig eingesetzt werden, egal ob als Pesto, in Salaten oder …

Meatless Mondays: Süßkartoffelcurry mit Pistazien und frischem Koriander

Ok, ok, ich geb’s ja zu. Ich hab absolut NICHTS Weihnachtliches gepostet dieses Jahr. Ist das sehr schlimm? Irgendwie kam Weihnachten dieses Jahr so unglaublich überraschend, dass ich überhaupt keine Chance hatte rechtzeitig zu reagieren. Plötzlich brannten alle vier Kerzen auf dem Adventskranz, der Glühwein war heiß und süffig und schon war ich bei meinen Eltern und das Christkind läutet bereits sein Glöckchen. Bescherung, Essen, Schlafen, Kochen, Familie empfangen, ein üppiges Gänseessen, Schlafen, Brunch, langer Spaziergang, Schlafen und schwups – schon war ich wieder Zuhause. Schön war’s! Außerdem dachte ich mir, ihr werdet sowie so bereits von allen Seiten weihnachtlich beschallt, dann braucht ihr nicht auch noch mich, um euch zu zeigen wie man es noch machen könnte, oder? Jetzt mal ehrlich?! Jedenfalls hoffe ich sehr, dass ihr ein paar wunderschöne, friedliche Tage hattet, im Kreis eurer Liebsten. Dass eure Wünsche erhört und erfüllt worden sind und, dass ihr erholt, gestärkt und bester Laune dem neuen Jahr entgegen schaut. Da Weihnachten bei uns kulinarisch grundsätzlich mehr als üppig ausfällt, verspüre ich nach den Feiertagen immer …