Alle Artikel in: Herbst

Camembert-Grilled-Cheese mit Apfel und Preiselbeeren

Was gibt’s eigentlich perverseres als kross gebackenen, gold-gelben, zerfließenden Camembert mit Preiselbeeren? Richtig, eigentlich ist das nur noch zu toppen wenn man das ganze noch zwischen zwei Scheiben Toast packt, mit Apfelscheiben auftürmt und dann gold-gelb angrillt. Dazu gab’s übrigens einen knackigen Chicorée Salat mit gerösteten Walnüssen. Der perfekte Winter-Meine-Figur-Ist-Mir-Gerad-Mal-Egal-Zwischendurch-Snack. Oder aber geeignet für Abende, an denen einfach mal alles scheisse ist und man dringendst einer innere Umarmung benötigt. Ich glaub man nennt es auch: Soulfood! Camembert-Grilled-Cheese mit Apfel und Preiselbeeren, dazu Chicorée Salat Für 1 Esser: 2 Scheiben Weißbrot (ich hab Tramezzini benutzt, ein schönes Kastenweissbrot ist aber auch herrlich oder einfach nur Toast!) 1 kleiner, herrlich stinkender Camembert 2 EL wilde Preiselbeeren 1 Braeburn Apfel 2 Chicorée 6 Walnusskerne 2 EL gehackte Petersilie 1 kleine Schalotte 1EL mildes Olivenöl 2EL Apfelessig 1TL mittelscharfer Senf 1TL Rübenkraut Pfeffer und Salz Neutrales Öl zum braten Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten bis sie gold-gelb sind und fein duften, aus der Pfanne nehmen und grob zerhacken. Schalotte sehr fein würfeln, Petersilie ebenfalls fein hacken. In …

Winter-Carbonara mit Pancetta und Grünkohl

Als ich neulich durch unseren Supermarkt des Vertrauens unter Zeitdruck schlenderte und mich mal wieder über den extrem langsamen Einkaufswagenverkehrsteilnehmer vor mir aufregte, passierte es. Ich wurde abrupt vor einem Regal, vom besagten Einkaufswagenverkehrsteilnehmer, angehalten und war gezwungen mich mit der ausgestellten Ware auseinander zu setzen. Während der Einkaufswagenverkehrsteilnehmer unschlüssig diverse Sorten Streichwurst in die Hand nahm, von allen Seiten begutachtete, zurück ins Kühlregal legte um dann doch erneut mit der Bärchenstreichwurst verlegen zu liebäugeln, stand ich grummelnd im Gang und nahm eine ansprechend verpackte Salami in die Hand. Eigentlich wollte ich nur stumm mit ihr wild gestikulieren und wütende Komikzeichen aus meinen Ohren qualmen lassen, bis mir auffiel, dass ich vor italienischen Wurst und Speck Spezialitäten stand. Ehrfürchtig legte ich die Salami zurück und war sofort in den Bann eines 800g schweren Stück Pancettas gezogen. Pancetta, Du holder Speck, der jede Amatriciana zum wahren Hochgenuss macht. Der in keiner Carbonara fehlen darf … Halt: Carbonara? Carbonara! Der Pancetta flog in Zeitlupe durch die Luft, während ich dramatisch meinen Einkaufswagen umriss um zurück zur Gemüseabteilung …

Kartoffel, Wurst und Ei – Pyttipannu: Finnisches Resteessen

Mal wieder keine Zeit um einkaufen zu gehen? Hast eigentlich auch noch etwas im Kühlschrank, aber keine Ahnung was Du damit anstellen sollst? Darf ich vorstellen?! Pyttipannu. Ein finnischer Klassiker, der Klein und Groß schmeckt und dazu auch noch sau-einfach zuzubereiten ist. Krosse Kartoffel trifft auf gebratene Wurst und cremiges Eigelb. Wer es noch etwas pimpen möchte serviert dazu Rote Bete, Cornichons und rundet das ganze mit einem Hauch geräuchertem Paprika ab. Kräftig, deftig, lecker – besonders an kalten Herbsttagen. Pyttipannu Für 4 kräftige Esser: 10 mittelgroße festkochende Kartoffeln 1 frische Fleischwurst vom Metzger, oder aber Speck oder aber zum Beispiel Hackfleisch 1 große Zwiebel Pfeffer Salz Geräuchertes Paprika 1-2 Eier pro Person Butterschmalz Saure Gürkchen Ein Löffelchen Schnittlauchröllchen Eingelegte Rote Bete, oder Kürbis oder was auch immer euch sauer eingelegt schmeckt und Ketchup! Kartoffeln und Zwiebeln schälen. Kartoffeln und Zwiebeln würfeln. Zwiebeln sehr fein die Kartoffeln in schöne 1 cm Würfel. Fleischwurst ebenfalls würfeln, aber kleiner als die Kartoffeln – ca. 0,5cm. In einer schweren, großen Pfanne einen großzügigen Stich Butterschmalz erhitzen, die Kartoffeln …

Getrüffelte Spinat-Paprika-Rolle mit Mohn

Halbzeit! Seit 26 Tagen faste ich, weitere 20 Tage stehen noch an. Man könnte jetzt annehmen, dass ich mich inzwischen mit meiner Situation arrangiert haben sollte – habe ich nicht! Ich tu mich immer noch extrem schwer mit der fleischlosen Situation. Und ich muss auch gestehen, dass die Kocherei darunter deutlich leidet. Wenn ich meine aktuelle Kochambitionen bewerten müsste, würde ich sagen „Tote Fischhaltung!“. Auf den Rücken legen, Flossen einklappen und bloß nicht bewegen, bis der Spuk vorbei ist. Würde ich natürlich niemals zugeben, ist aber so und hinterlässt auch allmählich auch seine Spuren. Der Befriedigungsfaktor nach dem Essen grenzt an die 0 und die gute Laune leidet. Blöd, weiss ich auch, aber die letzten drei Wochen halte ich jetzt auch noch durch. Ein interessantes Selbstexperiment ist es alle Male. Denn neben der schlechten Laune stelle ich doch auch positive Veränderungen fest. Dadurch, dass eine bisherige Haupternährungskomponente weggefallen ist, muss dieses Loch irgendwie gefüllt werden. An seine Stelle sind frisches Gemüse sowie Obst gerückt. Dadurch, dass sie die aktuellen Hauptdarsteller meiner aktuellen Ernährungsphase repräsentieren, achte …

Meatless Mondays: Soleier, mit Chili und Dill

Wir hatten neulich Besuch aus Finnland und was macht man mit Besuch aus Finnland? Richtig man durchkämmt erstmal die rheinländische Brauhauskultur. Auf unserem Weg von Bierbank zu Bierbank ist uns auch selbstverständlich die ein oder andere Speisenkarte zwischen die Finger geraten. Am häufigsten vertreten, die guten alten Klassiker wie halve Haan, Krüstchen Gulasch, Mett- oder für den wohlhabenden Mittelstand Tatarhappen, Himmel un Ääd, Brauhaushaxe, und so weiter und so fort. Als wir dann aber in (haltet euch die Augen zu liebe Kölner) Düsseldorf, der verbotenen Stadt am Rhein, dem Vorort von Köln, angekommen waren, hat sich unter diese wohlschmeckenden, für eine solide Grundlage sorgende Liste von Brauhausspezialitäten ein alter, längst vergessener Bekannter gemischt. Das Solei. Ich bestellte eins, wie sollte es allerdings auch anders sein in Düsseldorf, sie waren ausverkauft. Welch Schande. Den ganzen restlichen Tag, nein, viel eher die ganzen darauf folgenden Tage, wenn nicht sogar Wochen, gierte es mir nach so einem sauer eingelegten, hart gekochten Ei. Keine Chance, es verschwand wieder von der Bildfläche genau so schnell wie es aufgetaucht war. Aber, …