Alle Artikel in: Festliches

Kopfsalatrisotto mit gebratenen Jakobsmuscheln und weißem Speckschaum

Es schneit! Tom hat mich heute Morgen ruckartig aus dem wohlverdienten Samstagslangschlaf gerissen indem er die Gardienen plötzlich aufgezogen und gerufen hat: „Es schneit!!!!“. Ich weiß gar nicht was Schnee so besonders macht, aber es scheint in uns das Kind zu wecken. Am liebsten wär ich auf der Stelle aus dem Bett gesprungen, hätte Mütze, Schal und Handschuhe angezogen und wär noch im Schlafanzug rausgegangen. Aufgrund unserer extrem exponierten Innenstadtlage und den gefühlt eine Million zuschauenden Nachbarn, in unmittelbarer Nähe, habe ich es dann doch nicht getan. Feigling! In Finnland würden Tom und ich wohl gerade einen Schneemann bauen. Da ist er wieder dieser innere Konflikt, Stadtleben oder doch Stadtflucht begehen. Ein eigener, großer Garten, selbstbezogenes Gemüse, Kräuter und hin- und wieder der Besuch eines scheuen Waldbewohners, oder aber mitten in der Stadt wohnen, mitten im Leben sein am Großstadtpuls, aussergwöhnliche Restaurants, das bunte Treiben auf den Straßen, abends noch mal eben ein Bier trinken gehen, ein Büdchen im Haus, das bis in die frühen Morgenstunden geöffnet hat … Hachja, ich befass mich damit wie …

Aus groß mach klein: Beef Wellington for two

Es gibt Rezepte, die sind einfach nicht geeignet für einen Zweipersonenhaushalt. Rinderschmorbraten, Sauerbraten, eine kross gebratene Gans … Alles Rezepte, die einfach zu groß ausfallen für zwei und schließlich hat man ja nicht jeden Abend Freunde oder Familie zu Besuch. Eins dieser Rezepte, das mir schon seit Ewigkeiten im Kopf rum schwirrt und mich einfach nicht in Ruhe lassen möchte, ist Beef Wellington. Beef Wellington ist eines der wahrscheinlich klassischsten Gerichte der gehobenen Küche und erweckt beim ein oder anderen bestimmt den Eindruck angestaubt und überholt zu sein. Aber überzeugt euch selbst: Es besteht nämlich aus einem rosa gebratenem Rinderfilet, das mit einer Schicht feiner Pilzfarce umhüllt und anschließend in dünnen Blätterteig eingeschlagen und gebacken wird. Altbacken mag sein, aber kann etwas, das bereits so fein klingt überhaupt nicht schmecken. Eben, sag ich doch! Über die Abstammung des Beef Wellington scheiden sich die Geister und so kursieren zwei unterschiedliche Auslegung der Geschichte. Die eine besagt, dass sich der Sieger der Schlacht von Waterloo, Arthur Wellesley, der erste Herzog von Wellington, ein Stück seines Schlachtrosses servieren …

Gänsebraten mit Rotkohl und Orangen-Mohn-Schupfnudeln

Jedes Jahr das selbe, ich mache einen Gänsebraten und sage mir selber, dass ich ihn unbedingt posten muss. Das ist meistens Anfang, Mitte November zur St. Martinszeit.  Die Zeit rast vorbei. Hier eine Einladung, da ab auf den Weihnachtsmarkt, unbedingt noch bitte einmal alles vor Weihnachten und der Jahreswende fertig machen, alle Freunde noch mal treffen, denn das Jahr ist ja sonst schon wieder rum und dann sieht man sich doch erst im neuen – achso und Geschenke müssen auch noch ganz nebenbei gekauft werden und plötzlich ist es der 23. Dezember. Ich liege nachts im Bett, müde, zufrieden weil ich doch noch alle Geschenke bekommen und bereits verpackt habe, die jährliche Weihnachtskarte gebastelt und sogar versendet habe, als mir plötzlich einfällt: ich hab den Post nicht veröffentlicht. Das gibt's doch gar nicht. Ich glaube nächstes Jahr brate ich meine Gans im Sommer damit ich sie pünktlich posten kann. Aber dieses Jahr kommt sie eben erst heute rein, am 1. Weihnachtsfeiertag. Ganz nebenbei, ich hoffe ihr hattet alle einen schönen Heiligabend im Kreis eurer lieben?!  Von dem …

Waldpilzessenz mit aromatisierten Pilzen und Schwarzes-Champignon-Crostini

So ihr Lieben, allmählich wird's festlich. Heute ist der dritte Advent und der ein oder andere unter euch fängt vielleicht sogar schon an das Weihnachtsmenü zu planen.  Letzte Woche gab es unser jährliches Gänseessen. Dieses Mal mit meinen Eltern, bei uns. Das Menü: Waldpilzessenz mit aromatisierten Pilzen und Schwarzes-Champignon-Crostini, Gänsebraten mit selbstgemachten Rotkraut und Orangen-Mohn-Schupfnudeln, zum Dessert Rotwein-Zwetschgen-Crumble mit Sauerrahm-Chashew-Eis. Und ja! Es war extrem lecker. Das Ganze hört sich nach extrem viel Arbeit an, um ehrlich zu sein: eigentlich muss man nur sich selber zu helfen wissen und dann kann man selbst nach einer langen Woche mal eben so am Samstag so ein Menü zaubern. Aber fangen wir mit dem ersten gang an, der Essenz. Eine Essenz, so haben wir uns zumindest geeinigt, ist etwas viel ehrlicheres als eine Suppe. Sie hat keinen Körper, Einlage oder Bindemittel wie eine Suppe oder gar ein Eintopf. Sie lebt lediglich von der Zutat die der Essenz ihren Geschmack verleihen soll. Und um so köstlicher wird sie wenn man sie noch mit zusätzlichen Konsistenzen kombiniert. Ein Spiel aus knusprig, …

Adventsschmaus – rheinischer Sauerbraten mit Spitzkohl, karamellisierten Möhrchen und gebratenem Serviettenknödel

Advent, Advent – das erste Kerzlein brennt. Die Temperaturen sind endlich winterlich kalt und der erste Glühwein zwischen Anisbonbon, Dampfnudel und Grünkohl schmeckt auch schon vorzüglich. Jetzt fehlt nur noch der erste Schnee. Zur Feier des Tages haben Tom und ich uns mal wieder etwas ganz Besonderes gegönnt. Dabei war's früher der Sonntagsbraten schlecht hin: Sauerbraten – und zwar so zart, dass er beim Anblick des Messers von alleine auseinander gefallen ist. Damit er so zart wird wird er eingelegt in einer Marinade aus Rotwein, dunklem Essig, Suppengemüse, Schwarzbrot und natürlich viiiiiiiiielen Gewürzen.  Der Essig zersetzt die Fleischfasern samt Sehnen, der mürbe, zarte Braten wird so zum Programm. Außerdem hemmt der Essig die Vermehrung von Bakterien und macht das Fleisch haltbar, also kein Zurückhalten beim Marinieren, dem Fleisch kann nichts passieren. Das haben auch wir uns zu Herzen genommen und haben ihn einfach mal 14 Tage lang ziehen lassen. Ich kann euch sagen, der Geschmack liegt mir jetzt noch auf der Zunge und das beste ist, ein Sauerbraten ist noch nicht mal viel Arbeit. Wer's …